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Reichsfeinde
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Die abwertende Bezeichnung Reichsfeinde wurde im Deutschen Kaiserreich benutzt, um politische Gegner zu markieren, aus der Gemeinschaft der Reichsangehörigen auszuschlieĂen und ihre BekĂ€mpfung zu rechtfertigen. Reichskanzler Otto von Bismarck bezeichnete mit dem Begriff vor allem Sozialdemokraten und Katholiken, doch wurden auch andere Gruppen mit diesem Schimpfwort abgewertet. In der Zeit des Nationalsozialismus spielte es in der Diskriminierung und Vernichtung von Juden und anderen sogenannten âFremdvölkischenâ eine Rolle.
Contents
âą Kaiserreich
âą Kulturkampf
âą Polen
âą Deutung
âą Antisemitismus
âą Literatur
âą Einzelnachweise
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Kaiserreich
Das Deutsche Reich war 1871 im Krieg gegen Frankreich gegrĂŒndet worden, das damit in der Tradition der angeblichen deutsch-französischen Erbfeindschaft als Ă€uĂerer Reichsfeindcite-ref-1[1] markiert war. Ihm wurden die inneren Reichsfeinde gegenĂŒbergestellt: Als solche galten alle KrĂ€fte, die in den kleindeutsch-protestantischen Nationalstaat nicht hineinpassten oder hineinpassen wollten. Neben den Katholiken und der Arbeiterbewegung galt das fĂŒr nationale Minderheiten wie DĂ€nen, Polen oder Elsass-Lothringer, die bis 1890 stets Vertreter der Protestpartei in den Reichstag wĂ€hlten, und die AnhĂ€nger der Welfen, die die Annexion des Königreichs Hannover durch PreuĂen ablehnten. Sehr bald wurde der Begriff auch auf die deutschen Juden ausgeweitet. Als angebliche Reichsfeinde wurden all diese Gruppen als undeutsch stigmatisiert: Ihnen wurde nationale UnzuverlĂ€ssigkeit unterstellt; sie wĂŒrden die Einheit der Nation unterminieren und sie dadurch schwĂ€chen.cite-ref-2[2] Damit war ein GroĂteil der Bevölkerung des Reiches aus der Staatsgemeinschaft ausgegrenzt,cite-ref-3[3] bei der Reichstagswahl 1881 erhielten die von Bismarck als âReichsfeindeâ gebrandmarkten Parteien laut dem amerikanischen Historiker Otto Pflanze eine Zweidrittelmehrheit.cite-ref-4[4]
Im Mittelpunkt standen dabei einerseits der politische Katholizismus mit der Zentrumspartei und andererseits die Arbeiterbewegung, die 1875 aus dem reformistischen Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) und der marxistischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) bildete. Den Katholiken wurde unterstellt, sie seien nicht in erster Linie dem neugegrĂŒndeten Reich gegenĂŒber loyal, sondern dem Papst (Ultramontanismus). Den Sozialdemokraten wurde ihre internationalistische Ausrichtung vorgeworfen, aufgrund derer Karl Marx im Manifest der Kommunistischen Partei aus dem Jahr 1848 festgestellt hatte: âDie Arbeiter haben kein Vaterland.â Deshalb wurden die Sozialdemokraten auch als âvaterlandslose Gesellenâ bezeichnet.cite-ref-5[5] Die fĂŒhrenden Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht wurden wegen ihrer entschiedenen Opposition gegen die Annexion von Elsass-Lothringen, die als Hochverrat gewertet wurde, 1872 zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt.cite-ref-6[6] Bismarck erklĂ€rte am 24. April 1873 in einer Rede vor dem PreuĂischen Herrenhaus, der Staat sei âin seinen Fundamenten bedrohtâ und deshalb âzur Notwehr gezwungenâ, denn zwei Parteien wĂŒrden âihre Gegnerschaft gegen die nationale Entwicklung in internationaler Weise betĂ€tigenâ.
âGegen diese beiden Parteien mĂŒssen meines Erachtens alle diejenigen, denen die KrĂ€ftigung des staatlichen Elements, die Wehrhaftigkeit des Staates am Herzen liegen, gegen die, die ihn angreifen und bedrohen, zusammenstehen, und deshalb mĂŒssen sich alle Elemente zusammenscharen, die ein Interesse haben an der Erhaltung des Staats und an seiner Verteidigung.âcite-ref-7[7]
Kulturkampf
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Hauptartikel
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Kulturkampf
Der erste âinnere Kriegsschauplatzâcite-ref-8[8] dieses Konfliktes war der Kulturkampf. Dies war eine Auseinandersetzung zwischen der katholischen Kirche und dem sĂ€kularen Staat, wie sie im 19. Jahrhundert in vielen LĂ€ndern Europas stattfand. Die Kirche setzte seit Mitte des Jahrhunderts in ihrer Auseinandersetzung mit Rationalisierung, SĂ€kularisierung und anderen Aspekten der Modernisierung zunehmend auf einen monopolisierten Wahrheitsanspruch: Das Erste Vatikanische Konzil hatte 1870 die PĂ€pstliche Unfehlbarkeit verkĂŒndet, wonach der Papst, wenn er ex cathedra sprach, unfehlbar war. Hiergegen erhoben die Liberalen wĂŒtende Proteste. Bismarck dagegen sorgte sich vor allem darum, dass die katholischen Priester die polnische Nationalbewegung in den Provinzen Posen und der WestpreuĂen fördern wĂŒrden. Die preuĂische und bald auch die Reichsregierung erlieĂen ab 1872 eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen, mit denen die staatliche Schulaufsicht und die Zivilehe eingefĂŒhrt, die kirchliche VerkĂŒndigung eingeschrĂ€nkt (Kanzelparagraph), Ausweisungen von Geistlichen ermöglicht, der Jesuitenorden aufgehoben wurde u.v.a.m.cite-ref-9[9]
Der Kulturkampf begann im Sommer 1871 mit einer von Bismarck gesteuerten Pressekampagne in verschiedenen Zeitungen, angefangen mit der Kreuzzeitung. Ein katholischer Pfarrer klagte, ein Katholik mĂŒsse nun tĂ€glich lesen, âdaĂ er ein Vaterlandsfeind, ein Römling und ein Dummkopf und daĂ seine Geistlichkeit der Abschaum der Menschheit seiâ.cite-ref-10[10] Den Vorwurf der Reichsfeindlichkeit erhob Bismarck erstmals am 30. Januar 1872 in der Debatte des PreuĂischen Abgeordnetenhauses um die EinfĂŒhrung einer staatlichen Schulaufsicht: Hier griff er die Zentrumspartei frontal an: Die Bildung ihrer Fraktion im Reichstag habe er als âMobilmachung einer Partei gegen den Staatâ verstehen mĂŒssen, denn sie habe auch Protestanten aufgenommen, âdie nichts mit dieser Partei gemein hatten, als die Feindschaft gegen das Deutsche Reich und PreuĂenâ; sie habe âBilligung und Anerkennungâ gefunden âbei allen den Parteien, die, sei es vom nationalen, sei es vom revolutionĂ€ren Standpunkt aus, gegen den Staat feindlich gesinnt sindâ. Das Parteiblatt Germania solidarisiere sich mit klerikalen Zeitungen SĂŒddeutschlands, die er als âdeutschfeindliche Franzosenpresseâ, als âalte Rheinbundpresse unter katholischem Gewandeâ abqualifizierte.cite-ref-11[11] Ăhnlich polemisch Ă€uĂerte sich die liberale Presse.cite-ref-12[12] Die Wochenschrift Das Neue Reich begrĂŒĂte 1875 die Aufhebung des Jesuitenordens: Es sei âin der That dringend Zeit, daĂ man gegen dieses Unwesen einschreite, wie gegen ReblĂ€use, ColoradokĂ€fer und andere Reichsfeindeâ.cite-ref-13[13]
Mitte der 1870er Jahre waren alle deutschen katholischen Bischöfe im Exil oder in Haft, doch die Macht des politischen Katholizismus war ungebrochen: Bei den Reichstagswahlen 1874 konnte das Zentrum seine Stimmen gegenĂŒber 1871 verdoppeln. Ab 1880 lieĂ sich Bismarck von der Partei unterstĂŒtzen, die Kulturkampfgesetze wurden abgemildert oder zurĂŒckgenommen. In Friedensgesetzen wurde der Konflikt 1886/87 beigelegt. Die kulturelle Kluft zwischen den Protestanten und der katholischen Minderheit aber blieb, der Historiker Heinrich August Winkler bilanziert: âSie waren der [âŠ] Reichsfeindschaft geziehen worden, und sie konnten sich keiner TĂ€uschung darĂŒber hingeben, dass Vorurteile langlebiger sind als Paragraphen.âcite-ref-14[14]
Sozialistengesetz
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Hauptartikel
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Sozialistengesetz
Ende der 1870er Jahre startete Bismarck den Kampf gegen die Sozialdemokraten, die ihm wegen ihres offenen Bekenntnisses zur proletarischen Revolution ein Dorn im Auge waren: Nachdem 1874 und 1875 Versuche gescheitert waren, die freie MeinungsĂ€uĂerung der âroten Reichsfeindeâ durch ein neues Pressegesetz bzw. die EinfĂŒhrung des Straftatbestands âAufreizung zum KlassenhaĂâ zu beschrĂ€nken, boten zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm I. 1878 Gelegenheit, nach absichtsvoll herbeigefĂŒhrten Neuwahlen das Sozialistengesetz durch den Reichstag zu bringen: Alle sozialdemokratischen, sozialistischen oder kommunistischen Vereinigungen, Versammlungen und Veröffentlichungen wurden verboten, Agitatoren konnten ausgewiesen, in âgefĂ€hrdeten Bezirkenâ der Kleine Belagerungszustand verhĂ€ngt werden. Insgesamt 330 sozialdemokratische Vereine wurden verboten, etwa 1000 Druckschriften beschlagnahmt, 1500 Jahre Strafhaft verhĂ€ngt. Einzig die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten blieben aufgrund ihrer parlamentarischen ImmunitĂ€t weitgehend unbehelligt und konnten auch weiterhin gewĂ€hlt werden. Bismarck rechtfertigte das Gesetz in schriller Rhetorik als âNotwehrâ: Es gehe um die âRettung der Gesellschaft vor Mördern und Mordbrennern, vor den Erlebnissen der Pariser Communeâ.cite-ref-15[15] TatsĂ€chlich hatte Bebel im Mai 1871 den Aufstand in Paris als bloĂes âVorpostengefechtâ bezeichnet, dem bald das gesamte europĂ€ische Proletariat folgen werde.cite-ref-16[16] Das Zentrum stimmte mit Bismarck zwar in dessen antisozialistischer Haltung ĂŒberein, hatte aber Vorbehalte gegen das Gesetz, weil sein Gegenstand zu schwammig definiert sei. Der Reichstagsabgeordnete Peter Reichensperger verglich es am 16. September 1878 im Reichstag mit den Karlsbader BeschlĂŒssen:
âIch weiĂ wirklich nicht, wer noch nach Annahme des vorliegenden Gesetzes sich fĂŒr geschĂŒtzt erachten könnte [âŠ]. Je nachdem die Strömungen des Augenblicks laufen, je nachdem oppositionelle Stellungen hier und da platzgreifen, wĂŒrde das Wort âReichsfeindeâ, was ja auch schon so schrecklich grassirt und so viel Schaden herbeigefĂŒhrt hat, auch hier platzgreifen.âcite-ref-17[17]
Drei Tage spĂ€ter nahm der Reichstag das Gesetz mit groĂer Mehrheit an. Doch auch dieser Kampf Bismarcks verfehlte sein Ziel: Die Sozialdemokraten grĂŒndeten Tarnorganisationen wie Gesangvereine oder Hilfskassen, sozialdemokratische Literatur wurde in der Schweiz gedruckt und ins Reich geschmuggelt, ab 1884 stiegen die Wahlergebnisse fĂŒr die SAP, 1890 wurde sie gemessen an der Zahl der Stimmen mit 19,7 % stĂ€rkste Partei. Nach Bismarcks Entlassung wurde das fruchtlose Sozialistengesetz nicht mehr verlĂ€ngert. Bismarcks Hass auf die SPD aber blieb. Noch 1893 erklĂ€rte er gegenĂŒber einem amerikanischen Journalisten: âSie sind die Ratten im Land und sollten vertilgt werdenâ.cite-ref-18[18] Wie groĂ die Ausgrenzung war, die Sozialdemokraten in der ganzen Zeit des Kaiserreichs erlebten, illustriert der Historiker Walter MĂŒhlhausen an einem kurzen GesprĂ€ch, in dem Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg den bereits todkranken August Bebel 1913 nach seiner Gesundheit fragte. Der SPD-Vorsitzende bemerkte anschlieĂend, dies sei âdas erste Mal, dass ein Mitglied der Regierung auĂerhalb der Verhandlungen ein Wort an mich richteteâ.cite-ref-19[19]
Polen
Auch die im Reich lebenden Polen galten als Reichsfeinde. Das hing eng mit dem Kulturkampf zusammen, der, wie Norman Davies schreibt, âaus jedem polnischen Katholiken im Handumdrehen einen potentiellen Rebellenâ machte.cite-ref-20[20] Die Polen, die das westliche Teilungsgebiet bewohnten, fanden sich 1871 als BĂŒrger nicht mehr eines multiethnischen PreuĂen, sondern eines deutschen Nationalstaats wieder. Ihnen galt Bismarcks Misstrauen: Im August 1871 nannte er als Ziel seiner Politik âKampf gegen die ultramontane Partei, insbesondere in den polnischen Gebietenâ. Den Religionsunterricht, von dem er glaubte, die unterrichtenden katholischen Priester wĂŒrden dort den polnischen Nationalismus fördern, wollte er gleich ganz abschaffen.cite-ref-21[21] 1872 verfĂŒgte der preuĂische Kultusminister Adalbert Falk, dass der Religionsunterricht an höheren Schulen in den östlichen Provinzen PreuĂens in deutscher Sprache zu erfolgen habe.cite-ref-22[22] Das hatte sowohl eine antikatholische als auch eine antipolnische Tendenz. Die Diskriminierungen setzten sich bis ans Ende des Kaiserreichs fort: Ab 1886 wurden Zehntausende Polen mit unklarer, mit russischer oder österreichischer Staatsangehörigkeit ausgewiesen, selbst wenn ihre Familien seit Generationen am Ort gelebt hatten. Die 1886 gegrĂŒndete PreuĂische Ansiedlungskommission sollte den deutschen Bevölkerungsteil in den Provinzen WestpreuĂen und Posen erhöhen; 1907 beschloss der Reichstag ein Gesetz, das die Enteignung polnischer Grundbesitzer ermöglichte, der Sprachenstreit eskalierte 1901 im Wreschener Schulstreik. Die von der preuĂischen Regierung getroffenen MaĂnahmen verstieĂen gegen die preuĂische Verfassung von 1850, die in Artikel 4 die Rechtsgleichheit aller StaatsbĂŒrger garantierte. GroĂen Erfolg hatten all diese BemĂŒhungen um eine Germanisierung Ostdeutschlands nicht. Laut Hans-Ulrich Wehler gewöhnten sie aber das deutsche BĂŒrgertum daran, dass es auch BĂŒrger zweiter Klasse gab: Insofern lasse sich âin der Tat von Bismarcks âReichsfeindenâ bis zur âReichskristallnachtâ eine Verbindungslinie ziehenâ.cite-ref-23[23]
Eine âAssociation von Reichsfeindenâ
Von seiner konservativen Wende 1878 an rechnete Bismarck eine weitere Gruppe unter die Reichsfeinde: die Linksliberalen von der Deutschen Fortschrittspartei (ab 1884 Deutsche Freisinnige Partei), die die Kulturkampfgesetze zwar mitgetragen hatten, das Sozialistengesetz aber ablehnten. Sie waren in seinen Augen âKrypto-Republikanerâ und Nihilisten und hatten ein âFortschrittsbrett vor dem Kopfâ. Da viele Juden linksliberal wĂ€hlten, hatte diese Polemik durchaus auch einen antisemitischen Aspekt.cite-ref-24[24]
Ab den 1880er Jahren zeichnete Bismarck ein Zusammenwirken aller angeblichen Reichsfeinde: Dem Zentrumspolitiker Ludwig Windthorst warf er 1881 vor, er stehe auch fĂŒr Sozialdemokraten, Welfen sowie die polnischen und die elsass-lothringischen Parteien. Auch behauptete er, das scharfe Vorgehen gegen den Katholizismus sei notwendig gewesen, weil dieser in der polnischen Bevölkerung âmit national-revolutionĂ€ren Bestrebungen sozusagen chemisch verbundenâ sei. 1885 prognostizierte er, die Jesuiten wĂŒrden schlieĂlich die FĂŒhrung der Sozialdemokratie ĂŒbernehmen.cite-ref-25[25] SpĂ€ter weitete er den Kreis der angeblichen Reichsfeinde noch aus und entfaltete dabei im Zusammenhang mit der AffĂ€re um den Hamburger Publizisten Friedrich Heinrich Geffcken ein regelrechtes âVerschwörungsszenarioâ:cite-ref-26[26] Am 3. Oktober 1888 wĂŒnschte er eine Presseberichterstattung in dem Sinne, dass dieser als âWelfischer Particularistâ âzu der Association von Reichsfeindenâ gehöre, zu der er neben Katholiken und nationalen Minderheiten auch Freisinnige und Sozialdemokraten rechnete: âDie Aufgabe dieser Leute ist immer gewesen, das Bestehende zu zerstören. Sie richten ihre Bestrebungen gegen das evangelische preuĂische Kaiserthum.â Leute wie Geffcken hĂ€tten sich seinerzeit fĂŒr eine Besetzung deutschen Gebiets durch französische Truppen ausgesprochen: âAlle Reichsfreunde mĂŒssen sich daher gegen diese Leute verbinden.âcite-ref-27[27]
Völlig ernst zu nehmen waren Bismarcks Beschwörungen einer Bedrohung durch die angeblichen Reichsfeinde indes nicht: Dass etwa die Sozialdemokraten seiner Regierung gefĂ€hrlich werden könnten, bezweifelte er, allein schon weil er ihre Ziele fĂŒr utopisch hielt; die Sozialdemokraten seien daher âbesserâ als die Liberalen der Fortschrittspartei.cite-ref-28[28] Nach Bismarcks Entlassung lieĂen die Polemiken gegen katholische und sozialdemokratische Reichsfeinde nach. Einen Endpunkt dieses Diskurses markierte Kaiser Wilhelm II. in seiner Reichstagsrede vom 4. August 1914, in der er zu Beginn des Ersten Weltkriegs erklĂ€rte, er kenne keine Parteien mehr, er kenne ânur noch Deutscheâ. Dies wurde als Angebot an die vormaligen âReichsfeindeâ verstanden, sie kĂŒnftig stĂ€rker an den politischen Entscheidungsprozessen partizipieren zu lassen.cite-ref-29[29]
Deutung
Die Funktion des bismarckschen Redens ĂŒber angebliche Reichsfeinde wird in der Fachliteratur unterschiedlich gedeutet. Hans-Ulrich Wehler analysiert Bismarcks Attacken auf die Reichsfeinde als ânegative Integrationâ, eine Herrschaftstechnik, mit der er Konflikte zwischen der âin-groupâ der reichstreuen Mehrheit und der âout-groupâ der angeblich reichsfeindlichen Minderheiten stilisierte, die gefĂ€hrlich erscheinen mussten, ohne aber das Gesamtsystem wirklich zu bedrohen. Durch Feindschaft gegen diese gemeinsamen Gegner seien die Koalitionen der Reichsfreunde zusammengehalten worden. Dadurch sei es Bismarck möglich gewesen, eine âbonapartistische Halbdiktaturâ mit sich selbst an der Spitze aufrechtzuerhalten.cite-ref-30[30] Somit habe er die innere HomogenitĂ€t des jungen deutschen Staates erzwingen und sich selbst als Retter vor dem sinistren Ultramontanismus und dem sozialistischen Umsturz darstellen können, um die eigene Sonderstellung als charismatischer Herrscher zu festigen.cite-ref-31[31] Gleichzeitig verletzte laut Wehler die Ausgrenzung der Reichsfeinde die ansonsten viel beschworene Einheit der Nation: âFast schien nurmehr der dogmatisch protestantische, Ultramontane und Sozis fressende Bildungs- und BesitzbĂŒrger der einzig zulĂ€ssige Typus des nationalgesinnten Deutschen zu sein.âcite-ref-wehler-78-32-0[32]
Die Sprachwissenschaftlerin Szilvia Odenwald-Varga argumentiert, dass die Beschwörungen von angeblichen Gefahren durch innere und Ă€uĂere Reichsfeinde der âIntegration des Staatskollektivsâ dienten: In wechselnden Koalitionen habe Bismarck mal mit den Konservativen, dann wieder mit den Liberalen zusammengearbeitet, in den 1860er Jahren sogar eine AnnĂ€herung an Ferdinand Lassalle vom ADAV versucht. Er habe die âReichsfeindeâ bekĂ€mpft und âdann wieder diese oder zumindest ihr Klientel bzw. Teile davon fĂŒr sich zu gewinnenâ gesucht.cite-ref-33[33] Laut dem Historiker Dieter Langewiesche ging es dabei um die Ausbildung einer nationalen IdentitĂ€t: Durch die Markierung von Feinden habe man das Selbstbild festigen können. Die Integrationskraft des Nationalismus sei bald stark genug gewesen, sodass viele binnennationale Differenzen hĂ€tten abgebaut werden können.cite-ref-langewiesche-53-34-0[34]
Der amerikanische Bismarck-Biograph Otto Pflanze hĂ€lt die Taktik, durch Angriffe auf Ultramontane und Sozialisten einen nationalen Konsens zu schaffen, fĂŒr kontraproduktiv: Bismarck habe die Kraft dynastischer LoyalitĂ€t und deutschen Patriotismus ĂŒberschĂ€tzt. UnterschĂ€tzt habe er dagegen das AusmaĂ der Entfremdung, die diejenigen empfanden, die er attackierte, die moralische Kraft religiöser und sozialer Ideale und die StĂ€rkung des Widerstandswillens, die die Verfolgung bei den Betroffenen bewirkte. Die scharfen Worte, die er immer wieder fand, deutet Pflanze als ânarziĂtische Wutâ:
âWer sich ihm, aus welchen GrĂŒnden auch immer, im Parlament oder bei Hof, in den Weg stellte, wurde alsbald als Reichsfeind abgestempelt. UnterstĂŒtzung wurde mit Patriotismus, Opposition mit Verrat gleichgesetzt.âcite-ref-35[35]
Der amerikanische Historiker Jonathan Steinberg deutet Bismarcks Willen zur Zerstörung von âReichsfeindenâ dagegen tiefenpsychologisch als Ergebnis fehlender Mutterliebe in der Kindheit.cite-ref-36[36]
Antisemitismus
Die Ausgrenzung von Katholiken und Sozialdemokraten als Reichsfeinden ging ab 1890 zurĂŒck. Ethnisch definierte Gruppen, namentlich die Juden, wurden aber weiterhin als solche stigmatisiert. So hatte ein Autor der katholischen Germania bereits wĂ€hrend des Berliner Antisemitismusstreits 1879 behauptet, im Kulturkampf hĂ€tte âNiemand eifriger und unverschĂ€mter mit den Titulaturen âReichsfeindâ und âStaatsfeindâ herumgeworfen, als viele Judenâ. Diese seien aber ânach Eigenschaften des Geistes und Charakters und der Sitte heute noch eine eigene Race [âŠ], deren Assimilirung bis jetzt nicht gelungen ist, vielleicht niemals gelingtâ.cite-ref-37[37] Der aufkommende Antisemitismus verstand das Deutsche Reich als Volksnation, als rassische Einheit, zu der Juden nicht gehören wĂŒrden. Zudem wurden ihnen, Ă€hnlich wie es Bismarck mit Sozialdemokraten und Katholiken gemacht hatte, konkurrierende LoyalitĂ€ten unterstellt, sei es religiös zum auserwĂ€hlten Volk, sei es zum internationalen Kapital, das angeblich jĂŒdisch dominiert war.cite-ref-38[38] Der jĂŒdische Industrielle und Politiker Walther Rathenau beklagte sich 1911, dass man bis zum Beweis des Gegenteils selbstverstĂ€ndlich an die LoyalitĂ€t aller nationalen Minderheiten glaube; dagegen wĂŒrden âdie Juden ohne eine Spur eines Anhalts des Antinationalismusâ beschuldigt und hĂ€tten sich zu rechtfertigen:
âDer Jude soll durch Taufe den Nachweis der Loslösung erbringen; â Loslösung wovon? Von seiner Familie? Seiner Religion? Nein: von seiner Nation. Wo liegt die? [âŠ] Was wĂŒrden wohl die deutschen Katholiken antworten, wenn man von ihnen verlangte, sie möchten durch Ăbertritt zur evangelischen Kirche den Nachweis ihrer Loslösung von auslĂ€ndischen Religionsorganisationen erbringen?âcite-ref-39[39]
Mehrere Antisemiten knĂŒpften an den bismarckschen Diskurs an und nahmen eine âTrias der âReichsfeindeââ an, die aus Sozialdemokraten, Katholiken und Juden bestehe.cite-ref-40[40] Der nationalistische Alldeutsche Verband warnte unermĂŒdlich vor der angeblich existenziellen Gefahr durch innere Reichsfeinde (Sozialdemokraten, Juden, Katholiken und Vertreter nationaler Minderheiten) und Ă€uĂere Bedrohungen (GroĂbritannien, Frankreich, Russland): âFeinde ringsum!â Bei diesen Angstvorstellungen beriefen sich die Alldeutschen immer wieder auf Bismarck.cite-ref-41[41]
Dabei hatte Bismarck die Juden in Wahrheit nicht als Reichsfeinde bezeichnet, was der Publizist Otto Glagau in seiner Schrift Des Reiches Noth und der neue Culturkampf 1879 zu korrigieren versuchte: Protestanten und Katholiken sollten sich versöhnen und gegen die Juden als die âwahren âReichsfeindeââ kĂ€mpfen.cite-ref-42[42] Der antisemitische Publizist Max Bewer kritisierte nach Bismarcks Entlassung öffentlich Kaiser Wilhelm II. und den neuen Reichskanzler Leo von Caprivi, weil sie den âinneren Reichsfeindenâ, insbesondere den Juden, in die HĂ€nde spielen wĂŒrden.cite-ref-43[43] Zwar stieĂen die Antisemiten auf entschiedenen Widerstand in der bĂŒrgerlichen Ăffentlichkeit, ihre Parteien erhielten deshalb wĂ€hrend des Kaiserreichs höchstens 350.000 WĂ€hlerstimmen. Das antisemitische Exklusionsdenken griff aber immer weiter in konservativ-liberalen Kreisen um sich, ohne dass es laut geĂ€uĂert wurde.cite-ref-wehler-78-32-1[32]
Weimarer Republik
Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution wurden die vormaligen Reichsfeinde die staatstragenden Parteien der Weimarer Republik. SPD, Zentrum und die linksliberale DDP bildeten die Weimarer Koalition der verfassungstreuen Parteien.cite-ref-44[44] Just dies wurde ihnen, oft in antisemitischer Aufladung, vorgeworfen. Die âReichsfeindeâ wurden in der DolchstoĂlegende fĂŒr die Kriegsniederlage verantwortlich gemacht â ein Topos der republikfeindlichen Agitation von rechts.cite-ref-45[45]
Ansonsten spielte das Schlagwort nur noch gegen Ende der Republik eine Rolle, als ReichsprĂ€sident Paul von Hindenburg es Reichskanzler Heinrich BrĂŒning ĂŒbelnahm, dass der im April 1932 seine Wiederwahl nur mit den Stimmen von SPD und Zentrum hatte ermöglichen können, also den ehemaligen Reichsfeinden Bismarcks. Kurz darauf lieĂ er BrĂŒning fallen, die Monate der reinen PrĂ€sidialkabinette begann.cite-ref-46[46] Dass das Zentrum am 24. MĂ€rz 1933 dem ErmĂ€chtigungsgesetz der Nationalsozialisten zustimmte, erklĂ€rte der Historiker Konrad Repgen als spĂ€te Nachwirkung des Kulturkampfs: âDas alte Stigma des âReichsfeindesâ, des BĂŒrgers zweiter Klasse, hatte im Stillen weitergewirkt. Man wollte nicht mehr aus der nationalen Gesellschaft ausgeschlossen sein; man wollte â endlich â dazugehören.âcite-ref-47[47]
Zeit des Nationalsozialismus
Das NS-Regime benutzte zu Beginn seiner Herrschaft bis zum Kriegsbeginn das Begriffspaar âVolks- und Staatsfeindeâ, um Kommunisten, Sozialdemokraten, AnhĂ€nger der Arbeiterbewegung, politische WiderstandskĂ€mpfer, politisierende Geistliche, Freimaurer und Juden sowie Sinti und Roma zu markieren, auszugrenzen und zu verfolgen.cite-ref-48[48] Erst mit dem Erlass des FĂŒhrers und Reichskanzlers ĂŒber die Verwertung des eingezogenen Vermögens von Reichsfeinden vom 29. Mai 1941, der das zuvor von LĂ€ndern und Gauen abgeschöpfte Vermögen ausschlieĂlich dem Reich zuschlug, wurde die Bezeichnung âReichsfeindeâ gewĂ€hlt. Hans Pfundtner, der StaatssekretĂ€r im Reichsinnenministerium, argumentierte: âWer sich heute volks- oder staatsfeindlich betĂ€tigt, vergeht sich nicht gegen die LĂ€nder, sondern gegen Volk und Reich.âcite-ref-49[49] âVolks- und Staatsfeindeâ waren nun zugleich âReichsfeindeâ; beide Begriffe wurden fortan synonym oder aneinanderreihend benutzt.
Anders als Bismarck definierten die Nationalsozialisten Reichsfeinde nicht nur als echte oder vermeintliche Gegner der eigenen Politik, sondern benutzten rassisch-völkische Kriterien.cite-ref-50[50] Reinhard Heydrich, der Leiter des Reichssicherheitshauptamts, bestimmte am Vorabend des deutschen Ăberfalls auf Polen 1939 als Aufgabe der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, die hinter der Wehrmacht vorrĂŒcken sollten, die âBekĂ€mpfung aller reichs- und deutschfeindlichen Elemente in Feindesland rĂŒckwĂ€rts der fechtenden Truppeâ. Vor dem Balkanfeldzug prĂ€zisierte er dann, unter Reichsfeinden seien Juden und Kommunisten zu verstehen.cite-ref-51[51] Am 2. Juli 1940 legte er in einem Aktenvermerk fest, nach dem Ăberfall auf die Sowjetunion sollten die Einsatzgruppen âheftige SchlĂ€ge gegen die reichsfeindlichen Elemente in der Welt aus dem Lager von Emigration, Freimaurerei, Judentum und politisch-kirchlichem Gegnertum sowie der 2. und 3. Internationaleâ durchfĂŒhren. In mĂŒndlichen Weisungen an die Einsatzgruppen wurde das Wort liquidieren benutzt. Es ging also darum, die Betroffenen zu töten.cite-ref-52[52] Die Zahl der Menschen, die die Einsatzgruppen auf dem Gebiet der Sowjetunion umbrachten, wird auf eine halbe Million geschĂ€tzt.cite-ref-53[53] Etwa genauso groĂ war die Zahl der deutschen Juden, die nach ihrer Deportation in den Ghettos oder Vernichtungslagern umkamen. Ihr Vermögen fiel laut dem ErlaĂ des FĂŒhrers und Reichskanzlers ĂŒber die Verwertung des eingezogenen Vermögens von Reichsfeinden vom 29. Mai 1941 an das Reich.cite-ref-54[54]
Literatur
âą Leonore Koschnick, Agnete von Specht: Innenansichten â âGrĂŒnderâ und âReichsfeindeâ. In: Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Bismarck â PreuĂen, Deutschland und Europa. Nicolai, Berlin, S. 383â414.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Szilvia Odenwald-Varga: âVolkâ bei Otto von Bismarck. Eine historisch-semantische Analyse anhand von Bedeutungen, Konzepten und Topoi. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-021241-9, S. 117.
cite-note-22. â Eckart Conze: Schatten des Kaiserreichs. Die ReichsgrĂŒndung von 1871 und ihr schwieriges Erbe. dtv, MĂŒnchen 2020, ISBN 978-3-423-28256-7, S. 139.
cite-note-33. â Szilvia Odenwald-Varga: âVolkâ bei Otto von Bismarck. Eine historisch-semantische Analyse anhand von Bedeutungen, Konzepten und Topoi. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, S. 116.
cite-note-44. â Otto Pflanze: Bismarck. Der Reichskanzler. C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-406-42726-X, S. 314.
cite-note-55. â Walter MĂŒhlhausen: Gegen den Reichsfeind â Anmerkungen zur Politik von Staat und Gesellschaft gegenĂŒber der Sozialdemokratie im Kaiserreich. In: Ulrich LappenkĂŒper (Hrsg.): Otto von Bismarck und das âlange 19. Jahrhundertâ. Lebendige Vergangenheit im Spiegel der âFriedrichsruher BeitrĂ€geâ 1996â2016. Schöningh, Paderborn 2016, ISBN 978-3-506-78697-5, S. 329â352, hier S. 332.
cite-note-66. â Michael Epkenhans: Die ReichsgrĂŒndung 1870/71. C.H. Beck, MĂŒnchen 2020, ISBN 978-3-406-75032-8, S. 88â91.
cite-note-77. â Zitiert bei Heinz HĂŒrten: Kurze Geschichte des deutschen Katholizismus 1800â1960. Matthias-GrĂŒnewald-Verlag, Mainz 1986, ISBN 3-7867-1262-X, S. 152.
cite-note-88. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C.H. Beck, MĂŒnchen 1995, ISBN 3-406-32263-8, S. 902.
cite-note-99. â Ernst Engelberg: Bismarck. Das Reich in der Mitte Europas. Siedler, Berlin 1990, ISBN 3-88680-385-6, S. 119â146; Bastian Scholz: Die Kirchen und der deutsche Nationalstaat. Konfessionelle BeitrĂ€ge zum Systembestand und Systemwechsel. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-11508-1, S. 183â190.
cite-note-1010. â Jonathan Steinberg: Bismarck. Magier der Macht. Ullstein, Berlin 2015, ISBN 978-3-548-37584-7, S. 440.
cite-note-1111. â Zitiert bei Ernst Engelberg: Bismarck. Das Reich in der Mitte Europas. Siedler, Berlin 1990, S. 128 f.
cite-note-1212. â Armin Meinen: Umstrittene Moderne. Die Liberalen und der preuĂisch-deutsche Kulturkampf. In: Geschichte und Gesellschaft 29, Heft 1 (2003), S. 138â156.
cite-note-1313. â Zitiert bei David Blackbourn: Das Kaiserreich transnational. Eine Skizze. In: Sebastian Conrad, JĂŒrgen Osterhammel (Hrsg.): Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871â1914. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, S. 302â324, hier S. 316.
cite-note-1414. â Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen, Bd. 1: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik. C.H. Beck, MĂŒnchen 2000, S. 222â226 (hier das Zitat).
cite-note-1515. â Ralph Jessen: Kommune, Attentat, Massenstreik. Arbeiterbewegung, Revolutionsangst und politische Polizei im deutschen Kaiserreich. In: Oliver Auge, Knut-Hinrik Kollex (Hrsg.): Die groĂe Furcht. Revolution in Kiel â Revolutionsangst in der Geschichte. Wachholtz, Kiel/Hamburg 2021, ISBN 978-3-529-09456-9, S. 41â54, hier S. 49.
cite-note-1616. â Michael Epkenhans: Die ReichsgrĂŒndung 1870/71. C.H. Beck, MĂŒnchen 2020, S. 91.
cite-note-1717. â Ulrich von Hehl: Peter Reichensperger 1810â1892. Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-70877-5, S. 139.
cite-note-1818. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C.H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 902â906, das Zitat S. 905.
cite-note-1919. â Walter MĂŒhlhausen: Gegen den Reichsfeind â Anmerkungen zur Politik von Staat und Gesellschaft gegenĂŒber der Sozialdemokratie im Kaiserreich. In: Ulrich LappenkĂŒper (Hrsg.): Otto von Bismarck und das âlange 19. Jahrhundertâ. Lebendige Vergangenheit im Spiegel der âFriedrichsruher BeitrĂ€geâ 1996â2016. Schöningh, Paderborn 2016, S. 329â352, hier S. 330.
cite-note-2020. â Norman Davies: Im Herzen Europas: Geschichte Polens. C.H. Beck, MĂŒnchen 2002, S. 156.
cite-note-2121. â Ernst Engelberg: Bismarck. Das Reich in der Mitte Europas. Siedler, Berlin 1990, S. 122 f.
cite-note-2222. â Wolfgang Neugebauer: Das Bildungswesen in PreuĂen seit der Mitte des 17. Jahrhunderts. In: Otto BĂŒsch (Hrsg.): Handbuch der PreuĂischen Geschichte, Bd. 2: Das 19. Jahrhundert und GroĂe Themen der Geschichte PreuĂens. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1992, ISBN 3-11-083957-1, S. 605â798, hier S. 743.
cite-note-2323. â Hans-Ulrich Wehler: Polenpolitik im Deutschen Kaiserreich. In: derselbe: Krisenherde des Kaiserreiches 1871â1918. Vandenhoeck & Ruprecht, 2. Auflage, Göttingen 1979, S. 184â202, das Zitat S. 202.
cite-note-2424. â Hans-Ulrich Wehler: Das Deutsche Kaiserreich 1871â1918. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1973, ISBN 3-525-33340-4, S. 96 ff.
cite-note-2525. â Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen, Bd. 1: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik. C.H. Beck, MĂŒnchen 2000, S. 223; Szilvia Odenwald-Varga: âVolkâ bei Otto von Bismarck. Eine historisch-semantische Analyse anhand von Bedeutungen, Konzepten und Topoi. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, S. 118 (hier das Zitat) und S. 369, Anm. 664.
cite-note-2626. â Andrea Hopp: Zu diesem Band. In: Otto von Bismarck. Gesammelte Werke â Neue Friedrichsruher Ausgabe. Abteilung III, Bd. 8, Schöningh, Paderborn 2014, S. XXIV.
cite-note-2727. â Otto von Bismarck: Gesammelte Werke â Neue Friedrichsruher Ausgabe. Abteilung III, Bd. 8. Bearbeitet von Andrea Hopp. Schöningh, Paderborn 2014, S. 236 f.
cite-note-2828. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C.H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 907.
cite-note-2929. â Steffen Bruendel: Ideologien: Mobilmachungen und Desillusionierungen. In: Niels Werber, Stefan Kaufmann, Lars Koch (Hrsg.): Erster Weltkrieg. Kulturwissenschaftliches Handbuch. Metzler, Stuttgart/Weimar 2014, ISBN 978-3-476-02445-9, S. 280â310, hier S. 280 und 285.
cite-note-3030. â Hans-Ulrich Wehler: Das Deutsche Kaiserreich 1871â1918. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1973, S. 96 f.; vgl. Andreas Wirsching: Bismarck und das Problem eines deutschen âSonderwegsâ. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 65, Heft 13 (2015), S. 9â15, hier S. 12.
cite-note-3131. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C.H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 373 und 953.
cite-note-wehler-78-3232. â Hans-Ulrich Wehler: Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen. C.H. Beck, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-406-44769-4, S. 78.
cite-note-3333. â Szilvia Odenwald-Varga: âVolkâ bei Otto von Bismarck. Eine historisch-semantische Analyse anhand von Bedeutungen, Konzepten und Topoi. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, S. 193 und 464.
cite-note-langewiesche-53-3434. â Dieter Langewiesche: Nation, Nationalismus, Nationalstaat. In Deutschland und Europa. C.H. Beck, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-406-45939-0, S. 53.
cite-note-3535. â Otto Pflanze: Bismarck. Der Reichskanzler. C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 286.
cite-note-3636. â Ulrich LappenkĂŒper: EinfĂŒhrung. In: derselbe (Hrsg.): Das Bismarck-Problem in der Geschichtsschreibung. Biographische Perspektiven seit 1970. Schöningh, Paderborn 2017, ISBN 978-3-506-78527-5, S. 7â40, hier S. 27 f.
cite-note-3737. â Karsten Krieger (Bearb.): Der âBerliner Antisemitismusstreitâ 1879â1881. Eine Kontroverse um die Zugehörigkeit der deutschen Juden zur Nation. Kommentierte Quellenedition. Saur, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-598-11622-5, Bd. 1, S. 16 f.
cite-note-3838. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C.H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 953 f.
cite-note-4040. â Werner Bergmann: Haeckel, Ernst Heinrich Philipp August. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Band 2: Personen. De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-44159-2, S. 324.
cite-note-4141. â Rainer Hering: âDem besten Steuermann Deutschlandsâ. Der Politiker Otto von Bismarck und seine Deutung im radikalen Nationalismus zwischen Kaiserreich und âDrittem Reichâ. In: Ulrich LappenkĂŒper (Hrsg.): Otto von Bismarck und das âlange 19. Jahrhundertâ. Lebendige Vergangenheit im Spiegel der âFriedrichsruher BeitrĂ€geâ 1996â2016. Schöningh, Paderborn 2016, S. 582â615, insbesondere S. 595.
cite-note-4242. â Matthew Lange: Der KulturkĂ€mpfer (1880â1888). In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 6: Publikationen. De Gruyter Saur, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-025872-1, S. 421.
cite-note-4343. â Werner Bergmann: Bewer, Max [auch: Maximilian, Franz, Xaver]. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus, Bd. 2: Personen. De Gruyter Saur, Berlin 2009, S. 81.
cite-note-4444. â Gerhard Schulz: Die Periode der Konsolidierung und der Revision des Bismarckschen Reichsaufbaus 1919â1930 (= Zwischen Demokratie und Diktatur. Verfassungspolitik und Reichsreform in der Weimarer Republik.). Walter de Gruyter, Berlin/Boston 1963, S. 38; Ulrich von Hehl: Bismarcks langer Schatten? Das Amt des Reichskanzlers und seine Inhaber in der Weimarer Republik. In: Ulrich LappenkĂŒper (Hrsg.): Otto von Bismarck und das âlange 19. Jahrhundertâ. Lebendige Vergangenheit im Spiegel der âFriedrichsruher BeitrĂ€geâ 1996â2016. Schöningh, Paderborn 2016, S. 523â534, hier S. 530.
cite-note-4545. â Detlef Lehnert: Propaganda des BĂŒrgerkrieges? Politische Feindbilder in der Novemberrevolution als mentale Destabilisierung der Weimarer Demokratie. In: derselbe, Klaus Megerle (Hrsg.): Politische Teilkulturen zwischen Integration und Polarisierung. Zur politischen Kultur in der Weimarer Republik. Westdeutscher Verlag, Opladen 1990, ISBN 978-3-322-94187-9, S. 61â101, hier S. 69; Edgar Wolfrum: Geschichte als Waffe. Vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-34028-1, S. 28.
cite-note-4646. â Henning Köhler: Deutschland auf dem Weg zu sich selbst. Eine Jahrhundertgeschichte. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2002, S. 249 f. und 259 f.
cite-note-4747. â Zitiert bei Bastian Scholz: Die Kirchen und der deutsche Nationalstaat. Konfessionelle BeitrĂ€ge zum Systembestand und Systemwechsel. Springer VS, Wiesbaden 2016, S. 313.
cite-note-4848. â Josephine Ulbricht: Das Vermögen der âReichsfeindeâ. Staatliche Finanzverwaltung und Gegnerverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2022, ISBN 978-3-11-076021-7, S. 14.
cite-note-4949. â Josephine Ulbricht: Das Vermögen der âReichsfeindeâ. Staatliche Finanzverwaltung und Gegnerverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2022, S. 16.
cite-note-5050. â Josephine Ulbricht: Das Vermögen der âReichsfeindeâ. Staatliche Finanzverwaltung und Gegnerverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2022, S. 14.
cite-note-5151. â JĂŒrgen MatthĂ€us: Einsatzgruppen. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 4: Ereignisse, Dekrete, Kontroversen. Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-598-24076-8, S. 95.
cite-note-5252. â Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-092864-8, S. 172.
cite-note-5353. â JĂŒrgen MatthĂ€us: Einsatzgruppen. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 4: Ereignisse, Dekrete, Kontroversen. Berlin/Boston 2011, S. 96.
cite-note-5454. â Josephine Ulbricht: Das Vermögen der âReichsfeindeâ. Staatliche Finanzverwaltung und Gegnerverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2022, S. 16, 373 u.ö.